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13.06.2018

„Ich kicke solange ich kann, danach habe ich einen Plan B“

Jasmin Pfeiler (34) ist Torfrau des ÖFB-Frauen-Nationalteams, zweifache Mutter und Installateurin. Ihre Ausbildung hat sie am BFI Wien gemacht.

Jasmin Pfeiler kann mit gleich zwei Superlativen aufwarten. Sie ist nicht nur die älteste aktive Spielerin bei den ÖFB-Frauen. Sie ist auch die einzige Mutter im Team. Nebenbei ist Erstligistin Profi in Sachen Gas, Wasser und Heizung. Die Ausbildung zur Installateurin hat sie am BFI Wien absolviert. „Eigentlich hat sich mein Bruder für den Beruf interessiert, aber dann habe ich mich vom AMS zur Ausbildung am BFI Wien vermitteln lassen“, erzählt Pfeiler.

Jasmin Pfeiler

Zwei Wochen nach ihrem Abschluss konnte sie bei einer Firma anfangen und nebenbei weiterhin Profi-Fußball spielen, unter anderem beim SKV Altenmarkt und  seit Kurzem wieder beim USC Landhaus. „ Mein damaliger Chef hat mich immer unterstützt, weil er früher Handballtormann war und volles Verständnis für meine Situation hatte“, erzählt Pfeiler. 
Im vergangenen September hat sich Pfeiler mit ihrer Firma „Pepinos GWH“ selbständig gemacht. Das Geschäft laufe „im Großen und Ganzen gut“, ein wenig Werbung fehle noch, sagt Pfeiler schmunzelnd.Wie schafft man den Spagat zwischen Familie, Profisport und Selbständigkeit? Pfeiler: „Meine Eltern und mein Lebensgefährte helfen mir zum Glück, wann immer sie können, anders würde sich das zeitlich auch gar nicht ausgehen.“

"Entscheidung zwischen Familie und Fußball"


Vom Fußball auch leben zu können – für Pfeiler blieb das nur ein Traum: „In Österreich ist das leider nicht möglich.“ Sie habe zwar Angebote aus Deutschland gehabt, wollte aber ihre Kinder – eine Tochter (12) und einen Sohn (4) – nicht aus dem Umfeld und der Obhut der Familie reißen. „Es kommt der Punkt, wo du dich zwischen Familie und Fußball entscheiden musst. Und meine Familie steht immer an erster Stelle.“
Das Frauen-Nationalteam könnte sich nach dem EURO-Wunder auch für die WM im kommenden Jahr qualifizieren. Ob Pfeiler dann noch dabei ist? „Solange mein Körper und meine Gesundheit es zulassen, werde ich weiterspielen. Und für das Leben nach dem Fußball habe ich ja einen Plan B.“

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